Einsiedler Brauhaus
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Einsiedler historisch
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 Letzte Aktualisierung: 20.06.2010

Einsiedler historisch

Das Geburtsjahr des Einsiedler Brauhauses

Emil Schwalbe, Chemnitzer Maschinenfabrikant gründet die Privatbrauerei Einsiedler Brauhaus, E. Schwalbe.

29. August 1885
Eintragung in das Chemnitzer Handelsregister
(offizieller Geburtstag des Brauhauses)
Einsiedler Brauhaus, E. Schwalbe

22. Februar 1886
Ausstoß des 1. Fass Bier
Anfangskapazität 5000 hl
Preise: Einfachbier 7,- M/hl und Lagerbier 17,50 M/hl

24. März 1887
Eingetragene Warenzeichen der ersten Biere des Brauhaus-Gründers Emil Schwalbe.

1895
Kapazitätserweiterung der Sudhausanlage auf 50.000 hl.
Bau neuer Kellereien, Errichtung einer Kühlanlage, Maschinen- und Kesselhausneubau, Brunnenbau.

1903
Umwandlung der Privatbrauerei in die Einsiedler Brauhaus Aktiengesellschaft.
Einsiedler Brauhaus AG

1907/1908
Neubau des Schornsteins mit Maschinen- und Kesselhaus, sowie des Sudhauses an der heutigen Stelle mit einer Kapazität von 200.000 hl.
1910
Karl Schwalbe tritt als Direktor an die Stelle seines verstorbenen Vaters, Jahresausstoß ca. 52.000 hl.
1907/1908
Transport des Heizkessels von Chemnitz nach Einsiedel. Gebaut in der Maschinenfabrik Germania.
1912
Anschaffung der ersten Lastkraftwagen.

1913
Ca. 70.000 hl Umsatz; zahlreiche Auszeichnungen belegen die damals bereits sehr gute Qualität des Bieres; Spezialität ist das "Einsiedler Böhmisch", das dem sogenannten "echten Pilsener" sehr nahe gekommen sein soll.


1914
I. Weltkrieg: Kriegsdienst für einen Großteil der Belegschaft; Pferde und LKW müssen an das Heer abgegeben werden; das Liefergebiet ist erheblich eingeschränkt.

1920
Aufgrund ungenügender Rohstoffmengen sinkt der Ausstoß bis 1920 auf ca. 30.000 hl.

Die Aktionäre der Einsiedler Brauhaus AG beschließen den Verkauf des Unternehmens an die "Deutsche Bierbrauerei AG, Berlin".

Deutsche Bierbrauerei AG
Radeberger Exportbierbrauerei AG, Zweigniederlassung Einsiedler Brauhaus

Werbepostkarte
Trotz Inflation steigt der Absatz Anfang der zwanziger Jahre wieder jährlich um ca. 10.000 hl.

1925
Das Einsiedler Brauhaus wird Zweigniederlassung der Radeberger Exportbierbrauerei AG.

1929
Es wird der bis dahin höchste Jahresausstoß von 86.500 hl erreicht. Infolge der Weltwirtschaftskrise sinkt jedoch der Absatz im Jahre 1932 auf 45.000 hl, in den Jahren bis 1937 auf 37.000 hl.

Reichs-Erntedankfest 1. Mai 1933

50jähriges Geschäftsjubiläum 1935
1937
Die Zweigniederlassung Einsiedler Brauhaus wird an die Gebrüder Winterling aus Bayern verkauft.
Einsiedler Brauhaus Winterling & Co.

1937
Gründung der offenen Handelsgesellschaft "Einsiedler Brauhaus Winterling & Co."

Maschinenhaus (Aufnahme von 1937)

Lagerkeller (Aufnahme von 1937)
Karl Schwalbe (1. Reihe, 4. von links) mit Feuerwehrkameraden im Schalander (Aufnahme von 1937)
Bis zum Ausbruch des II. Weltkrieges bleibt der Absatz mit etwa 38.000 hl relativ konstant. 1941 wird das "Einsiedler Kristall" als helles Spezialbier auf den Markt gebracht.
05. März 1945
II. Weltkrieg: deutliche Einbußen in Qualität und Ausstoßmenge

05. März 1945
Durch einen Fliegerangriff wird die Brauerei erheblich beschädigt, der gesamte Hopfenbestand verbrennt. Die Belegschaft baut die Brauerei selbst wieder auf und setzt die Produktion fort ("Dünnbier" mit 2-3 % Stammwürze).
Verwaltung, Verpachtung, Verstaatlichung, "VEB"
1948
Die Wirtschaftskommission in der Sowjetischen Besatzungszone genehmigt ein Bierersatzgetränk zum Preis von 50,- RM je hl inkl. Biersteuer.

1954
Durch den Rat der Gemeinde Einsiedel wird der Chemnitzer Kaufmann Möschler als treuhänderischer Verwalter der noch privaten Firma eingesetzt.
1959
Die Belegschaft der Brauerei drängt den Verwalter Möschler, einen Antrag auf staatliche Beteiligung zu stellen, da man sich als reines Privatunternehmen in der DDR benachteiligt sah.
Weil die Eigentümer Winterling ihren Wohnsitz in Bayern haben, wird die staatliche Beteiligung durch den Rat des Kreises abgelehnt und statt dessen 1960 die Verpachtung der Brauereianlage an den "Volkseigenen Betrieb Vereinigte Brauereien Karl-Marx-Stadt" festgelegt. Die Eigentümer selbst hatten darauf keine Einflussmöglichkeiten.

Das Sudhaus war von 1907
bis 1991 in Betrieb.

Gärkeller ca. 1955
1972
Schicksalsjahr für viele mittelständische Privatbetriebe in der DDR.

Auch die Familie Winterling wird durch den Zwangsverkauf an den Staat endgültig enteignet.

Die Einsiedler Brauerei gehört nun als Betriebsteil zum "VEB BRAUSTOLZ im Getränkekombinat Karl-Marx-Stadt".
Durch die sozialistische Planwirtschaft wird das Einsiedler Brauhaus auf ausschließliche Flaschenbierproduktion festgelegt, Fassbiergastronomie mit Einsiedler existiert praktisch nicht mehr.

Der Jahresausstoß wird in den achtziger Jahren auf 300.000 hl erhöht, allerdings unter erheblichen Qualitätseinbußen.
Einsiedler Brauhaus GmbH, Privatbrauerei

1990
1990 wird das Einsiedler Brauhaus durch das Unternehmerehepaar Leutheußer aus Marktredwitz/Oberfranken reprivatisiert (Frau Leutheußer ist die Enkelin von Hermann Winterling). Als eine der ersten Brauereien der ehemaligen DDR braut Einsiedler noch vor dem Tag der deutschen Einheit wieder nach dem deutschen Reinheitsgebot. Über 20 Millionen € wurden bis heute in die Modernisierung der Anlagen investiert.

Neben den technischen Erneuerungen zur Qualitätssicherung mußte das "Neuland Marktwirtschaft" erobert werden. Vielfältige Marketing-Maßnahmen wurden realisiert, um der Marke Einsiedler wieder einen klangvollen Namen zu verleihen.

1992
Ab 1992 wird das Sudhaus an der bereits 87 Jahre zuvor errichteten Stätte technisch völlig modernisiert und die computergestützte Anlage 1993 feierlich eingeweiht.

1993
Im Jahr 1993 findet das erste Einsiedler Brauereifest statt, welches sich mittlerweile zu einem kulturellem Höhepunkt in Chemnitz entwickelt hat. Tausende Besucher zieht es jährlich vor die Tore der Stadt, um bei dem zweitägigem Spektakel live dabei zu sein.

1998
Das Einsiedler Brauhaus ist die erste sächsische Brauerei, die Weißbier herstellt. Mit der Einweihung einer neu errichteten Weißbieranlage am 23. April 1998 wird diese Tradition auch außerhalb Bayerns wieder ins Leben gerufen, denn bereits in den zwanziger Jahren war Weißbier eine Einsiedler Bierspezialität.


Ebenfalls wird in diesem Jahr das kleine Brauereimuseum eröffnet.
Im August 1998 übernehmen der langjährige Prokurist und Geschäftsführer Frank Kapp und der Rechtsanwalt Hans-Dieter Oermann die Gesellschafteranteile der Familie Leutheußer.

Im November 1998 präsentiert sich das Einsiedler Brauhaus erstmals mit einer umfangreichen Homepage im Internet, zwei Jahre später erfolgt die Neugestaltung mit zahlreichen Servicetools.

1999
Am 24. April 1999 wird zum Tag des deutschen Bieres das erste Original Einsiedler Landbierbrot präsentiert. Bäckermeister Fiedler aus Einsiedel kreierte es zusammen mit unserem Braumeister. Für die kalorienarme Spezialität verwendet er etwa 25% Landbier-Treber, ein Braunebenprodukt aus Kornhülle und Eiweißen.

"Schöne Aussichten" - unter diesem Motto startete das Einsiedler Brauhaus die erfolgreichste Kampagne der letzten Jahre.

Wirkungsvoller Blickfang der Printmotive ist das Einsiedler Landbier. Die beliebte würzige Spezialität und Topmarke der Privatbrauerei erreichte gegenüber 1998 eine Absatzsteigerung von 12 %.
 

2000
Im Jahr des neuen Millenniums besteht die traditionsreiche Brauerei bereits 115 Jahre.

Wieder als Privatbrauerei, wie seinerzeit von Emil Schwalbe gegründet, bekennt sie sich zu ihren regionalen Wurzeln und versteht sich als "Brauerei zum Anfassen".

2007
17 Jahre nach der Reprivatisierung gehört die Einsiedler Brauhaus GmbH mit 90 Beschäftigten, darunter auch neun Auszubildende, heute zu den zehn ausstoßstärksten Brauereien in Sachsen und ist eine der größten konzernunabhängigen Brauereien Ostdeutschlands.

Mit der Spezialität Einsiedler Landbier oder einer der zehn anderen Sorten ist das Einsiedler Brauhaus in Sachsen und 11 weiteren Bundesländern bekannt. Sogar in China, Italien und Thailand kann man die Braukunst aus dem Erzgebirge genießen.


Eine weitere Investition in einen neuen Flaschenabfüller ermöglicht den Ausbau des Abfüllvolumens.

  

Ebenfalls feierte das Brauereifest seine mittlerweile 15. Auflage, bei der die Besucher Mike Krüger am Sonntag live erleben konnten.

 

 
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